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Jung und Alt spielten bei den Kinderszenen mit. (Foto: FJ)

Auch die 85. Musikwoche Braunwald barg eine besondere Überraschung. 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Musikschule Glarus, welche ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert, spielten in sechs Ensembles neue Arrangements von Robert Schumanns Kinderszenen op. 15. 

Hans Brupbacher, Präsident der Musikwoche und selber langjähriger Musikschulleiter, erinnerte sich in seiner Begrüssung zur Eröffnung der Musikwoche an eigene Reminiszenzen aus der Kindheit. Wie er als 4-Jähriger vor dem Radio stand und Händels Messias mitdirigierte, wie er seine erste Blockflöte bekam und mit 11 Jahren die erste Querflöte. Denn so lassen sich auch Schumanns Kinderszenen auffassen, als Erinnerungen des Komponisten an eigene Erlebnisse. Am Kamin, Fürchtenmachen, Kind im Einschlummern, Träumerei oder Wichtige Begebenheit – die Kinderwelt kommt in diesen Musikstücken wieder herauf. Doch die hochvirtuosen Klavierstücke – Pianist Roman Staubli spielte «Fast zu ernst» als Beispiel auf dem E-Piano – wurden Studierenden Komposition der ZHdK unter ihrem Dozenten Till Löffler für die sechs Ensembles arrangiert, dass – wie Jürg Wickihalder, Leiter der Glarner Musikschule – wohl auch Schumann selbst seine helle Freude daran gehabt hätte. Der Kinderchor und der Jugendchor unter Sylvia Küng, die Streicher von Contrappunto, Fiddleplausch und Belli Celli unter Marianne Schönbächler, Barbara Hübner und Ruth Müri, das Ensemble Cuerdas unter Geza Kalmar und Nicola Brügger mit Sängerin Julika Mani, das Schlagzeugensemble unter Michael Juen und die Capric(h)orns sowie die Little Big Band unter Stefan Mächler und Francesco Giampà wurden als Klangkörper kombiniert und schufen ein völlig neues Hörerlebnis. Natürlich, könnte man sagen, genossen vor allem die jungen Musizierenden von ihren anwesenden Verwandten einige Vorschusslorbeeren. Aber darauf ruhten sie sich keineswegs aus. Im Gegenteil: wie das Bild beweist, machte es sogar Spass, beim Stück «Fürchtenmachen» auf allen Vieren durch den Saal zu gehen und dabei zu bellen. Musikalische Highlights beim Publikum waren das disziplinierte Schlagzeugensemble und natürlich die von Julika Mani gesungene Version der berühmten Träumerei. 

Die Musikwoche geht morgen Freitag, um 20 Uhr in der reformierten Kirche Linthal mit dem Schlusskonzert zu Ende. Das Zürcher Kammerorchester spielt unter Leitung von Blockflötist Maurice Steger Werke von J.S. Bach, Arvo Pärt und Antonio Vivaldi. Karten bei Ticketino.

FJ

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