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Die Delegation von Nuglar-St. Pantaleon übergibt das TLF an Markus Walker (zweiter von links) und den Spirgner Gemeindepräsidenten Toni Arnold (siebter von links) sowie an die «Beedäler» Feuerwehrleute. (Foto: Gemeinde Spirigen)

Die Feuerwehr Urnerboden kann seit Oktober 2020 das erste eigene Tanklöschfahrzeug einsetzen. Möglich machte dies eine Solothurner Gemeinde.

Wohl nur recht wenige Leute wissen, dass auf dem Urnerboden seit 1966 im Ernstfall eine dorfeigene Feuerwehr zum Einsatz gelangt. Und noch mehr staunt, wer einen Blick ins 1995 eingeweihte Feuerwehrmagazin an der Klausenstrasse wirft: dort steht seit 17. Oktober 2020 das Tanklöschfahrzeug (TLF) mit dem Namen «Flämmli». 

Das 139 PS starke Mercedes mit Allradantrieb ist mit einem Wassertank (1400 Liter), vier 20-Liter-Schaummittel-Bidons und zwei 12-Kilogramm-Pulverlöschern sowie mit einer Schiebeleiter (9,8 Meter), einem Lichtmast und einem Notstromaggregat (8 kVA) ausgerüstet. Eingesetzt werden können eine Zentrifugal-Hochdruckpumpe, zwei Druckstutzen und ein Schnellangriffshaspel mit 60-Meter-Schlauch. 

«Wir haben das TLF von der Gemeinde Nuglar-St. Pantaleon geschenkt erhalten», freut sich Markus Walker, Feuerwehr-Kommandant. «Für uns stellt das ausgemusterte Fahrzeug eine enorme Aufwertung unserer Ausrüstung dar. Es stärkt unsere Leistungsfähigkeit bei Ersteinsätzen enorm und trägt dazu bei, Schäden an Mensch und Tier oder Gebäuden in unserem Bergdorf im Ernstfall zu minimieren.» Der Kommandant bedankte sich anlässlich der Übergabebei den Behörden und Feuerwehrleuten aus dem Kanton Solothurn.  

Die Feuerwehr Urnerboden zurzeit 6 Frauen und 11 Männer – das erste TLF für die «Beedäler» ein frühes Weihnachtsgeschenk. Vorher standen ihnen für iProben und Einsätze ein Toyota Hilux, eine Motorspritze, 600 Meter Druck- und 480 Meter Transportschläuche, eine Handschiebeleiter, ein Transportschlitten für das Pistenfahrzeug sowie verschiedenes Kleinmaterial zur Verfügung.  

Unterstützung kommt aus dem Glarnerland

Bei Schadenereignissen auf dem Urnerboden wird jeweils auch die in Linthal stationierte Stützpunktfeuerwehr Grosstal Süd aufgeboten. Allerdings dauert es rund 30 Minuten, bis die Glarner Kollegen das Urner Bergdorf erreichen. «Das bedeutet, dass wir in der Anfangsphase eines Ernstfalleinsatzes immer auf uns allein gestellt und nicht zuletzt auch auf das schnelle Handeln der Feuerwehrfrauen angewiesen sind.» Denn viele Feuerwehrmänner vom Urnerboden arbeiten tagsüber im Glarnerland und können kaum innert nützlicher Frist am Schadenort sein. So müssen auch die «Beedeler» Frauen TLF fahren können – das geht auch dank nachträglich eingebauter 40-km/h-Sperre. 

Die «Beedäler» Feuerwehrleute wurden sie im Rahmen einer Erstausbildung unter Kommandant Adrian Hänggi und Fourier Petra Mangold von der Feuerwehr Nuglar-St. Pantaleon fachmännisch in die wichtigsten Aspekte und Handgriffe der «Flämmli»-Bedienung eingeweiht. «Bei unseren vier Frühlingsübungen haben wir nun die Abläufe trainiert und optimiert. Auch bei den beiden Herbstproben wird der Einsatz des TLF im Zentrum stehen», sagt Walker. Weiterhin werden auch kombinierte Lawinenübungen mit anderen Einsatzformationen zum Ausbildungsprogramm der Feuerwehr Urnerboden gehören. 

Bruno Arnold

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