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Das Apfelglück wird ins Publikum gestreut. (Foto: FJ)

«Verrückt im Apfelglück» – so heisst das Stück, das am Mittwoch, 4. August, im Güterschuppen Premiere hatte. Mit Pelerinen, Gummistiefeln und Regenschirmen bewaffnet, folgten über 100 kleine Kinder mit Oma und Opa, Papa und Mama dem clownesken Drama um den angebissenen Apfel.

Die Kulisse besteht aus einem Baum, der sich – ganz zum Schluss – in einen Heissluftballon verwandelt. Schauspielerinnen gibt es zwei: Milu, im gewohnt rot-gelben Clowninnendress, Lanik, im inzwischen ebenso gewohnt blauen Kostüm mit dem ebenso blauen Fedora-Hut. Weil Lanik Akzente kann, darf sie die französische Gouvernante geben, Milu hat dafür die blöderen Einfälle und die Kinder? Sie finden das zum Lachen. Während die eine ernsthaft anfangen will zu singen und schon mal die Königin der Nacht intoniert, holt die andere den Koffer im Koffer hervor. Aus dem Schwyzerörgeli wird ein Rundfunkempfänger und mit einem Notenständer auf dem Kopf spielt Lanik selbst das Radio. Dann kommt der Apfel in Spiel, den die eine der anderen wegnimmt und anbeisst, bis es einen Streit gibt, in dessen Verlauf die eine die andere schubst. Doch schliesslich verteilen Milu und Lanik die Äpfel – das sind inzwischen Luftballons – und sammeln diese mit grossen Netzen wieder ein und als die Luftballons wegfliegen, fliegen sie diesen im Ballon hinterher.

Die Verwandlung, die dabei auch mit den Erwachsenen vor sich geht, ist seltsam vergnüglich. Die Mutter aus Eritrea mit dem verbeulten Kleinwagen sitzt neben der Familie, die mit den Rädern hier ist, die Enkelin stibizt der Grossmutter im Rollstuhl ein Chrämli aus der Tasche und obwohl es laut ist, stört das keinen. Alle machen mit, wenn sie in Gruppen skandieren sollen: «Musig chumm zrugg». Was dabei fast vergessen geht, dass die beiden Frauen ausgezeichnet spielen. Lanik trumpft mit komischem Talent auf, Milu endet artistisch mit einer Vier-Ring-Jonglage. Das alles ist - wie Kaspar Marti sagt - trotz des Regens möglich. Während die Sommerbühne nicht durchgeführt werden kann, finden das Kindertheater und die Filmbühne im Güterschuppen Unterschlupf. Der schwimmt – ein bisschen wie ein Korken – immer an der Wasseroberfläche. Und ja, es lohnt sich dabei zu sein, wenn die beiden vom Duo Doublette wieder auftreten.

FJ

 

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