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Vögel dürfen angefasst werden, sind oft aber gar nicht in Not. (Foto: zvg)

Im Frühling ab dem Monat April beginnt die Zeit, wo Rehkitze, Junghasen, Wildkaninchen, Bodenbrüter usw. durch Mähmaschinen bedroht sind. Trotzdem gilt: Hände weg von jungen Wildtieren. Denn anscheinend hilflose junge Vögel, Kaninchen oder andere Wildtiere sind nur selten in Not.

Um Rehkitze vor dem Tod beim Mähen zu bewahren, werden im Glarnerland neuerdings sogar Drohen eingesetzt. Ohne Vorwarnungen darf heutzutage keine Wiese und kein Getreidefeld, wo man Wildtiere vermutet, gemäht werden, weil dies ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz wäre. Verantwortungsvolle Bauern gehen die Fläche vor dem Mähen ab und mähen tagsüber von innen nach aussen, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu gewähren. 

Richtig helfen je nach Art
Dass man Rehe und Feldhasen nicht anfassen soll, ist weitgehend bekannt. Aber auch andere Tiere tauchen im Frühling in menschlicher Nähe auf. Junge Amseln etwa verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können, verteilen sich im Garten und verringern so das Risiko, dass eine Katze oder ein anderer Beutegreifer die gesamte Brut auf einmal erwischt. Die Jungvögel stehen mit ihren Eltern in ständigem Rufkontakt – in menschlichen Ohren ein hilflos klingendes, durchdringendes Piepsen. Die Elterntiere wissen so stets genau, wo ihr Nachwuchs sitzt, und füttern ihn regelmässig. Also junge Amseln bitte in Ruhe lassen. Nur wenn unmittelbare Gefahr droht oder der Jungvogel auf einem belebten Bürgersteig oder einer Strasse landet, setzt man ihn behutsam an einen geschützten, möglichst erhöhten Platz in der Nähe. Das gilt auch für junge Waldkäuze und Waldohreulen.

Jungvögel kann man mit blossen Händen anfassen, denn anders als bei Rehen oder Feldhasen stören sich die Elterntiere nicht am menschlichen Geruch. Für den Fall, dass Kinder aus falsch verstandener Tierliebe einen Jungvogel mit nach Hause bringen, kann man ihn auch noch Stunden später wieder an den Fundort zurückbringen. 

Pflegestation für Nestflüchter
Anders bei Küken von Hühnervögeln, Enten, Gänsen, Schwänen sind Nestflüchter, die von ihren Eltern oder einem Elternteil geführt werden. Irrt ein solches Küken über längere Zeit allein umher, ist es tatsächlich verlassen und braucht Hilfe. Es nützt nichts, beispielsweise ein verwaistes Entenküken einer anderen führenden Entenmutter unterschieben zu wollen, sie wird es vertreiben oder sogar versuchen, es zu töten. Gefiederte Findelkinder bringt man am besten nach vorheriger telefonischer Kontaktaufnahme unverzüglich zu einer entsprechenden Pflegestation oder sonstigen fachkundigen Personen.

Ein Rehkitz im Garten oder ein kleiner Vogel im Wohnzimmer, aufgegriffen von wohlmeinenden Menschen stellt unerfahrene – und mitunter selbst erfahrene – Pfleger vor grosse Probleme. Ähnlich wie bei Vögeln führt falsche Ernährung bei jungen Säugetieren häufig zu bleibenden Schäden. Aufgegriffene Wildtiere haben unter solchen Umständen nur geringe Überlebenschancen! www.wildbeimwild.com

IG Wild beim Wild

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