Leserbriefe Gemeindeversammlung Glarus Süd

Unser Gemeinderat setzt sich ein für die Erhaltung von Poststellen und Buslinien, oft auch für Dorfläden und andere Gewerbebetriebe. Er bemüht sich um ein aktives Dorfleben, organisiert sogar selber alljährlich ein Fest. Leider ist ein Datum schwierig zu finden, an welchem kein Dorfverein konkurrenziert wird. Der Gemeinderat versichert aber selbstverständlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass er sich bewusst sei, welch wertvolle Arbeit in den Vereinen geleistet wird und diese unabdingbar für eine attraktive Gemeinde seien.

Wunderbar!
Und ausgerechnet bei einem der ureigensten Gemeindeaufträge, dem Schulbetrieb, da geht der Gemeinderat selber mit dem Zweihänder über unsere Infrastruktur und möchte 5 von 12 Standorten schliessen – im festen Glauben, dadurch eine gute Million Franken einsparen zu können, weil Klassen optimal gefüllt werden könnten und somit weniger Lehrerinnen und Lehrer bezahlt werden müssen.
Lehrende und Lernende, wie es so schön korrekt heisst, gehören jedoch zur Grundausstattung einer Schule, ebenso gehören Pflegende/Betreuende und Bewohner zu den Heimen, Forstwartende und Bäume zu den Forstbetrieben, Werkdiensttätige und Strassen zu den Werkbetrieben usw. An dieser Basis sollte nicht gespart werden. Der Gemeinderat hat es
jedoch verpasst, uns aufzuzeigen, welche Tätigkeiten mit dieser Grundausstattung wenig gemein haben und wo Sparpotenzial vorhanden wäre. Wir haben uns einen professionellen, personellen Überbau geschaffen, welchen wir uns schlicht nicht leisten können.

Klar, alle diese Tätigkeiten werden durch unsere Gesetze gerechtfertigt. Deshalb, liebe Stimmberechtigte, ist durchaus auch Selbstkritik angesagt – überlegen wir uns bei der nächsten Eidgenössischen Vorlage oder bei jenen der Landsgemeinde ganz genau, welche Konsequenzen sie für unsere Gemeinde haben könnten.

Barbara Rhyner, Elm