Leserbriefe Gemeindeversammlung Glarus Süd

Eines vorweg: Der an der Gemeindeversammlung vom Freitag, 24. November, zur Diskussion stehende Vorschlag zur Schulstandortentwicklung stammt nicht allein aus der Feder des Gemeinderates. An der Gemeindeversammlung vom 22. November 2013 hatte sich eine grosse Mehrheit gegen das vom Gemeinderat vorgeschlagene Schulstandortmodell ausgesprochen. Das Stimmvolk beschloss ein Moratorium von vier Jahren, um während dieser Zeit gemeinsam mit der Bevölkerung nach einer geeigneten Schulzukunftslösung zu suchen. Diese Zeit hat eine Workshop-Gruppe aktiv genutzt. An zig Zusammenkünften haben sie sich mit den heutigen und künftigen Schülerzahlen, den Schulstandorten, den Transportmöglichkeiten, den Betreuungs- und Mittagstischmöglichkeiten auseinandergesetzt. Sie prüften viele verschiedene Varianten und erstellten SWOT-Analysen (Gegenüberstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren). Dieser Arbeitsgruppe gehörten Eltern und Lehrer aus verschiedensten Dörfern mit und ohne eigene Schule an. Deren erklärtes oberstes, gemeinsames Ziel: Eine hohe Qualität der Ausbildung für alle Schülerinnen und Schüler (SuS) in den Schulen von Glarus Süd. Status quo, das war in dieser Gruppe klar, bringt unseren Schulen keinen Mehrwert. Glarus Süd hat zu viele Schulhäuser, die nicht ausgelastet sind, bei denen bald teure Sanierungen oder aufgrund des Lehrplans 21 Neuanschaffungen anstehen. Die Suche nach gut qualifiziertem Lehrerpersonal wird für so manchen Schulstandort immer schwieriger – bzw. ist bereits heute vorhanden und führt zu Engpässen, die nur mit Jonglieren und Kompromissen durch das Lehrpersonal gelöst werden können. Das Zusammenmischen von Ober Realschüler und Sekundarschüler in eine einzige Schulklasse ist nicht ideal, doch was bleibt den Schulen anderes übrig, wenn nur wenige Schüler da sind? Gute Schulqualität ist nicht abhängig vom Schulstandort. Hierfür braucht es gut qualifiziertes Lehrpersonal, gut eingerichtete Schulungsräume, motivierte Schüler und ein funktionierendes Transportsystem. Schon heute reisen Kindergärtner und/oder Schüler aus Elm, Matt, Sool, Nidfurn, Leuggelbach, Luchsingen, Diesbach, Betschwanden, Rüti und Auen Linthal mit dem Schulbus oder den öV in ihr Schulhaus. Oberstufenschüler welche in die Kantonsschule dürfen, reisen stolz mit dem öV nach Glarus und speisen mittags in der Mensa. Diese Selbständigkeit dürfen Eltern ihren Oberstufenschülern zugestehen. Stillstand ist Rückschritt Während vieler Arbeitssitzungen standen allfällige Kosteneinsparungen nicht im Vordergrund. Viel mehr interessierte es, wie es sich derzeit mit den Einwohnerzahlen in Glarus Süd verhält. Und siehe da: Seit der Gemeindefusion sind, nebst in Schwanden und Linthal, viele Neuzuzüger in Betschwanden und Rüti zu verzeichnen – in zwei Dörfern nota bene –, in welchen seit vielen Jahren keine Schule mehr betrieben wird, während in fast allen anderen Dörfern die Wegzüger überwiegen. Fazit: Die Fakten zeigen, dass die Zu- und Abwanderung in den Dörfern von Glarus Süd nicht nachweislich durch die Schulstandorte beeinflusst wird. In der Arbeitsgruppe wurden während dem vierjährigen Bearbeitungsprozess die verschiedensten Meinungen ausdiskutiert. Einige wünschten eine straffere Zusammenlegung der Schulstandorte. Dennoch konnten sie sich schliesslich auf ein Modell einigen, das aus ihrer Sicht tragbar ist, weil sich dabei alle etwas bewegen müssen. Die Schulkommission hat diesen Vorschlag aufgenommen und auf Anraten des Gemeinderats mit einer externen Beratungsfirma geprüft. Diese bestätigte das erarbeitete Modell und empfahl zusätzlich das Primarschulhaus Haslen weiterzuführen, damit die Primarschüler aus Schwanden nicht bis Linthal reisen müssen. Zudem soll die Klassenzusammenführung während eines gestaffelten Zeitraums zwischen 2020 – 2025 stattfinden. Die Workshop-Gruppe begrüsst das vorliegende Entwicklungskonzept Schulraum Glarus Süd. Es birgt die Chance in sich, die Schulen in Glarus Süd zu optimieren. Damit können den Schulkindern überall in Glarus Süd verlässliche und attraktive Stundenpläne mit dauerhaft gutem Lehrpersonal auf stufengerechtem Niveau geboten werden. Obwohl es aus verständlichen Gründen schwerfällt, etwas Bestehendes aufzugeben, sind Sie, werte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dazu aufgerufen, die richtige Richtung einzuschlagen. Werfen Sie alle Zweifel über Bord und zeigen Sie Mut, indem Sie dem Schulwesen Glarus Süd eine positive Veränderung ermöglichen. Machen auch Sie an Gemeindeversammlung vom Freitag, 24. November, einen Schritt vorwärts mit einem klarem «Ja» zur Schulstandortentwicklung Glarus Süd.

Im Namen der Workshop-Gruppe für eine optimierte Schulzukunft Glarus Süd: Regula Banzer