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Die Delegiertenversammlung des Spitex Kantonalverbandes hat letzte Woche sämtliche statutarischen Geschäfte gutgeheissen. Geprägt wurde das Vereinsjahr durch zahlreiche für die Pflege wichtige Projekte auf kantonaler Ebene. Viel zu reden gab das Projekt «Drehscheibe Gesundheit».

Weil das Präsidium des Spitex Kantonalverbandes immer noch unbesetzt ist, amtete an der Delegiertenversammlung Vorstandsmitglied und Präsidentin der Spitex Glarus Nord, Monika Schwitter, als Tagespräsidentin. Sie konnte von «einem intensiven Vereinsjahr», berichten. So musste die wichtige Funktion der Fortbildungsverantwortlichen, Elisabeth Maduz, neu besetzt und die Tätigkeit der Ausbildungsverantwortlichen, Sabine Steinmann, einer neuen arbeitsvertraglichen Regelung zugeführt werden. Die Aufgaben von Maduz hat Geschäftsstellenleiterin Andrea Schneider übernommen. Geprägt war das Vereinsjahr aber durch zahlreiche für die Pflege bedeutsame Projekte auf kantonaler Ebene, bei denen dem Verband die Vertretung der Spitex-Interessen oblag. Dazu zählen beispielsweise die Sicherstellung der Kinderspitex, die Qualitätssicherung, die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie der Psychiatrischen Dienste Graubünden oder der Vertretung des Verbandes in der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Glarus und im Netzwerk Palliative Care.

Stärkung der ambulanten Versorgung

Intensiv beschäftigt hat sich der Kantonalverband auch mit dem Projekt des Kantons zur Stärkung der ambulanten Versorgung. Dieses will im Kern die ambulante und die stationäre Langzeitpflege optimieren, da sich die Zahl der Pflegebedürftigen im Kanton bis 2030 auf 1100 Personen verdoppeln wird. Zwei Vorstandsmitglieder des Spitexverbandes hatten Einsitz in der Arbeitsgruppe, welche das Projekt erarbeitete. Es beschreibt den Ist-Zustand in der Langzeitpflege, nennt mögliche Massnahmen zur Weiterentwicklung und listet eine Reihe von Empfehlungen auf, die sich je nach Inhalt an den Kanton, die Gemeinden oder die Leistungserbringer richten, heisst es im Jahresbericht des Verbandes. Nebst den bereits in Vorbereitung stehenden Projekten «KISS» betreffend Freiwilligenarbeit für ältere Menschen mit Gutschriftsystem und «Koordinationsstelle» betreffend Information und Beratung bei Pflege- und Betreuungsbedarf, geht es namentlich und den Ausbau des ambulanten Angebotes und der intermediären Strukturen sowie um die Kooperation zwischen den Leistungserbringern. Samuel Baumgartner, Departementssekretär vom Departement Finanzen und Gesundheit, erläuterte an der Versammlung die wichtigsten Punkte und den Stand der Dinge. Laut Baumgartner sind die ambulanten Angebote im Kanton wenig ausgebaut, die Kosten grundsätzlich im positiven Bereich. Ernüchternd war Baumgartners Aussage, dass 43 Prozent der Heimbewohner weniger als eine Stunde Pflege am Tag brauchen. Diese könnten also auch Zuhause gepflegt werden und so Platz in den Altersheimen schaffen. Kritik gab es am Projekt wegen des Vorschlages, dass wer ins Altersheim möchte, sich einer Bedarfsabklärung unterziehen müsse. In den Kantone Genf und Basel wird dies bereits angewendet, um verfrühte Eintritte ins Altersheim zu verhindern. Wobei Genf am restriktivsten vorgeht und nur Eintritte Ins Altersheim zulässt, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein stationärer Pflegeplatz notwendig ist. Ungelöst ist auch noch der Mangel an ausgebildetem Pflegepersonal. Die Vernehmlassung ist vor gut drei Wochen zu Ende gegangen. Im Departement werden derzeit die eingegangenen Vernehmlassungsantworten ausgewertet.

Drehscheibe Gesundheit

Ein gutes Stück weiter ist das Projekt «Koordinationsstelle», welches Rita Schwitter initiiert hatte und vom Kanton unterstützt wird. Unter dem Namen Drehscheibe Gesundheit soll eine neue Koordinationsstelle im Kanton Glarus zur Anlaufstelle für sämtliche Fragen und Informationen rund um das Thema Gesundheit werden. Dies unter einer einzigen, gut bekannten Telefonnummer. Ziel ist die Beratung für Betroffene und Angehörige, und diesen eine Lösung bieten zu können, die am besten zu Ihrer persönlichen Situation passt und unter anderem auch das Leben Zuhause länger möglich machen soll. «Wir möchten aber keine Beratung anbieten, die es im Kanton bereits gibt», betonte Schwitter. Vielmehr gehe es um die Vermittlung bedarfsgerechter Dienstleistungen und darum, Lücken zu füllen. Angedacht ist, die Kosten mittels eines Trägervereins zu finanzieren, oder die Stelle beim Kanton anzusiedeln. Alle statutarischen Geschäfte wurden von den Delegierten gutgeheissen. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 40'464 Franken. Davon werden 39'303 Franken als Gutschrift an die Basis-Spitexorganisationen im Verhältnis pro Einwohner (1 Franken) überwiesen. Der Restbetrag geht zu Gunsten des Vereinskapitals. mho