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Zentrale Themen bei der Mütter- und Väterberatung Glarnerland sind das Wohl der Kleinsten unserer Gesellschaft und die Frühförderung. An der Hauptversammlung in Schwanden wurde darüber informiert.

Dank der Tätigkeit der Mütterberaterinnen im Rahmen des kantonalen Integrationsprogramms (KIP) können Familien mit erhöhtem Beratungsaufwand optimal unterstützt und begleitet werden. Rebecca Feldmann stellte gemeinsam mit Sabine Jacober an der Hauptversammlung der Mütter- und Väterberatung Glarnerland in Schwanden die interkulturelle Arbeit mit Eltern und deren Kindern im Vorschulbereich vor. «Für alle steht die Sorge um das Kind im Vordergrund», betonte die Leiterin des Mütterberaterinnenteams. «Es gibt viele Themen, die uns verbinden. Aber trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheidet sich jede Familie.»

Wichtige Erfahrungen im geschützten Rahmen

«Ratatui» – Teil des Projekts «Integrationsförderung im Frühbereich» – beinhaltet in die Muttersprache übersetzte Mütter- und Väterberatung, Gruppentreffen mit Austausch, Wissensvermittlung und Erziehungsgespräche, Eltern-Kind-Spielrunden und Kinderaktivitäten sowie einen Begegnungsort für Kinder verschiedenster Nationalitäten. Es ist ein freiwilliges Angebot mit wichtigen Impulsen für die Integration: «Die Kindergärtnerin merkt sofort, ob schon in der Frühförderung mit dem Kind gearbeitet worden ist oder nicht.» Die Kinder können in einem geschützten Rahmen Erfahrungen machen, soziale Kontakte pflegen und sich von den Eltern ablösen. «Multikulti», wie Sabine Jacober betont, die den Kinderspieltreff leitet: «Vom Schweizer Kind über Sri Lanka bis nach Portugal. Die Kinder sind wertefrei.»

Die dritte Phase des Projekts läuft unter der Trägerschaft der Frauenzentrale in Zusammenarbeit mit der Fach- und Kontaktstelle der Spielgruppenleiterinnen sowie der Mütter- und Väterberatung Ende dieses Jahres aus. Bis dann ist die Finanzierung durch die Unterstützung des Integrationskredites des Bundes und des Kantons sichergestellt. Ab 2018 sollen die bestehenden Teilprojekte mit der Weiterführung im KIP II unter die Trägerschaft der Mütter- und Väterberatung Glarnerland gestellt werden. Entsprechende Gespräche mit dem Departement Finanzen und Gesundheit sind angelaufen. Departementssekretär Samuel Baumgartner würdigte an der HV die wichtige Arbeit der Mütterberaterinnen: «Es ist ein sehr wertvolles Angebot im Gesundheitswesen des Kantons.»

Weniger Geburten

2016 wurden im Kanton Glarus 389 Geburten verzeichnet (Vorjahr: 405), wie die neue Präsidentin Carmen Mühlemann an ihrer ersten HV ausführte. Auch die Anzahl Beratungen sei rückläufig. «Dies hängt stark damit zusammen, dass es bei den Hebammen eine neue Regelung gibt, wonach ihre Leistungen länger durch die Krankenkasse gedeckt werden, und die Familien demzufolge ihre Dienstleistung länger in Anspruch nehmen. Dies macht es für die Mütterberaterinnen schwieriger, bei der Geburt eines Kindes in die Familien hineinzukommen und ihr Grundangebot vorstellen zu können.» Dennoch steige der Betreuungsaufwand, da die Themen komplexer würden und auch «vermehrt Familien mit schwierigen Hintergründen (Migrationshintergrund mit traumatischen Erfahrungen, soziale und finanzielle Probleme etc.) begleitet werden müssen». Die Mütter- und Väterberaterinnen Rebecca Feldmann, Sabine Hämmerli, Marianne Blaser und Katrin Held bildeten sich auch 2016 entsprechend weiter. Dank eines höheren Beitrags des Kantons und diverser Spenden schloss die Jahresrechnung positiv ab. Die Sorgen um die knappen finanziellen Mittel werden den Vorstand aber weiterhin beschäftigen. mb.