News

Am Mittwoch, 11. Dezember, wurde der «Internationale Tag der Berge» gefeiert. An diesem Tag soll auf die nach­haltige Entwicklung der Berggebiete und ihre Bedeutung als Erholungsraum sowie auf die Herausforderungen für die Bewirtschaftung eingegangen werden.

Das Projekt «bergversetzer» setzt sich seit 25 Jahren für diese Ziele ein, indem es freiwillige Arbeitseinsätze in Berggebiete vermittelt. Am Jubiläumsanlass im Alpinen Museum Bern wurden die geleisteten Arbeitsstunden gewürdigt. Zu Gast war auch eine Glarner Vertretung, denn einer der Arbeitseinsätze der «bergversetzer» fand dieses Jahr in Sool bei den Packziegen von Werner Bleisch statt. Sein Packziegenbetrieb soll zu einem Jurtencamp ausgebaut werden.

Seit über fünfzehn Jahren begleitet Bleisch mit seinen Geissen Gruppen, Familien oder Schulen auf Trekking-Touren durch die Glarner Berge. Bei der Wanderung über Stock und Stein machen sich die kräftigen Geissböcke als abwechslungsreiche Gesellen mit ihren Packtaschen nützlich. Durch die Leidenschaft zu den Geissen und die stetige Nachfrage wuchs der Betrieb. Ziegentrekking bietet eine ideale Möglichkeit, um den nachhaltigen und sanften Tourismus zu fördern und pädagogisch zu arbeiten. Deshalb will Werner Bleisch ungenutztes Potential durch den Ausbau des Ziegenhofes ausschöpfen. Das Angebot an erlebnispädagogischen Aktivitäten in der Natur bietet einen willkommenen Ausgleich zum Alltagsleben. Im Jurtencamp sollen durch alternative Herausforderungen die Sozial- und Selbstkompetenzen gefördert werden können. In Zusammenarbeit mit Joane Steiner widmet sich Werner Bleisch nun der Weiterentwicklung des pädagogischen Angebotes. Als Bergliebhaberin ergänzt Steiner das Ziegenprojekt mit Klettermöglichkeiten und wirkt dabei mit, Pläne und Ideen für naturpädagogisches Arbeiten im Betrieb umzusetzen. Werner Bleisch wandte sich an die «bergversetzer» für tatkräftige Hilfe. So erledigten zwölf emsige Männer bei Bleisch und den Geissen allerhand Arbeiten, und am Ende der Woche stand auch die erste Jurte auf dem Gelände.

Durch den geplanten Ausbau und die Erweiterung mit Jurten können die bestehenden Geissentrekkings mit Übernachtung mit einem gewissen Komfort und doch in der Nähe zur Natur angeboten werden. Auch sollen Menschen mit speziellen Bedürfnissen die Möglichkeit bekommen, daran teilzuhaben. Es soll ein Ort entstehen, wo Mensch und Natur zusammenkommen; auf dem Feuer kochen, wandern, eine Felswand erklimmen oder sich in der Berglandschaft eine Auszeit vom Alltag gönnen. Angestrebt wird auch eine Zusammenarbeit mit Anbietern und Betrieben aus der Region. Das Jurtencamp soll in diesem Sinne ein regionales Produkt mit nationaler Reichweite werden.

Durch den Einsatz der «bergversetzer» sind Werner Bleisch und Joane Steiner ihrem Vorhaben einen grossen Schritt nähergekommen. Ein weiteres Besuch im Frühjahr 2020 ist geplant. Joane Steiner