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Es ist eine Anlage, die gleich zweimal eröffnet wurde: am Donnerstag, 5. Dezember, für den FRIDOLIN, am Freitag, 6. Dezember, für die Südostschweiz. Als Bauherrenvertreter jeweils vor Ort waren Martin Hefti, Liegenschaften Glarus Süd, und Markus Rast, Bahnhofmanager und Projektleiter der SBB. Im Gepäck hatten sie Schere und ein rot-weisses Trassierband und jede Menge Antworten. So geht WC-Box-Eröffnung 2.0.

Anstelle der alten WC-Anlage, wo Herren und Damen getrennt aufs Häuschen gingen, steht jetzt in Mitlödi eine Box für alle Geschäfte. Gebaut vom der Dipl.-Ing. Fierz GmbH in Glattfelden aus 2,5mm dicken Chromstahlplatten (1.4301) innen und aussen, säurebeständig, vandalensicher, mit Wasserschleifton, dazwischen eine 70mm dicke XP-Isolierung. Sobald die Tür grünes Licht gibt, können ein Franken oder ein Euro eingeworfen werden – und los geht’s. Der Magnet löst sich, man tritt ein und blickt in den Spiegel. Die Wände werden jeden Morgen von den Facility Managern der SBB blitzblank gereinigt, die Revolvermagazine mit dem WC-Papier nachgefüllt. Ein Urinal lädt die holde Männlichkeit ein, sich blickgeschützt zu erleichtern; das WC, das Handwaschbecken, der Händetrockner – alles funktioniert mit Sensortechnik. Anfassen war gestern. Behinderte können sich mit dem Eurokey Zutritt verschaffen, sie haben auch 30 Minuten Zeit, bevor die Tür sich wieder entriegelt. Alle anderen dürfen 15 Minuten bleiben, bevor die Tür für den Nächsten freigegeben wird. Platz ist hier auch für einen Kinderwagen – wenn Mutti und Vati den kleinen Stinker mit frischen Windeln versorgen wollen. Der Wickeltisch hält bis 400 Kilogramm aus. Kommentar Markus Rast: «Es gibt auch Leute, die darauf Partys gefeiert haben.» Für Menschen, die sich ein Mittel injizieren müssen, hat das neue «Hüüsli» von Mitlödi sogar einen Spritzeneinwurf, wo sie ihr Gerät nach Gebrauch sicher entsorgen können. Zusammen mit der neuen P+R-Anlage hat Mitlödi jetzt wieder eine Bahnhofsinfrastruktur, die – wenigs­tens im ländlichen Gebiet – keinen Vergleich mehr zu scheuen braucht.

Money, Money, Money
Die Erfahrungen, die man bei Gemeinde und SBB mit der neuen Box macht, sind gut. Wer zahlen muss und ein blitzsauberes WC vorfindet, das auch hygienisch riecht, der verlässt den Stillen Ort auch sauber. Ist während des Vormittags trotzdem etwas danebengegangen, so führt das Facility Management nachmittags nochmals eine Sichtkontrolle durch. Nach Linthal, Luchsingen und Schwanden hat jetzt auch Mitlödi eine topmoderne «Chlöpfi» (O-Ton Markus Rast) für mehr als 120000 Franken. Für Glarus Süd, das sich zur Hälfte an den Kosten beteiligt, ein positives Nullsummenspiel. Früher war man für die Reinigung verantwortlich, was jährlich 5000 bis 6000 Franken kostete, jetzt haben die SBB diese Aufgabe für die kommenden zehn Jahre übernommen. Damit hat die Gemeinde 2029 die 60000, die sie jetzt ausgibt, wieder eingespart. Also nichts wie auf nach Mitlödi zur Besichtigung. FJ