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Es war ein grosser Lupf für den kleinen Glarner Kunstverein, der als Träger vom Kunsthaus Glarus eine Renovation für 3,92 Mio. Franken durchführen konnte, nachdem die Landsgemeinde den Kredit für 1,6 Mio. Franken für die Renovation gesprochen hatte.

Es habe schon damals, als Gustav Schneeli die Initiative für den Bau eines Kunsthauses im Volksgarten ergriff, 10 Jahre gedauert, bis das Kunsthaus von Hans Leuzinger 1952 gebaut war, sagte Kaspar Marti. Heute, 70 Jahre später, musste vieles am Haus saniert werden, und auch diese Sanierung dauerte – wenn man ihre Planung mitberücksichtigt – fast ein Jahrzehnt. Vieles am Kunsthaus ist über die vergangenen 70 Jahre weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben und auch beim jetzigen Umbau durch Conen Sigl Architekten wurden nur vergleichsweise wenige Eingriffe vorgenommen. Am sichtbarsten sicher die neuen Aussentreppen, welche aus feuerpolizeilichen Gründen als neue Fluchtwege installiert wurden, und das Schaudepot im Keller, wo jetzt ein grosser Teil der Sammlung gelagert und – wenn nötig – Interessierten gezeigt werden kann.

Neue Technik, neues Glas
Auf den ersten Blick ist vom Umbau wenig zu sehen. Doch wie Architekt Raoul Sigl versichert, ist man mit grosser Umsicht und behutsam ans Werk gegangen und hat – wo immer es ging – das räumliche und atmosphärische Gesamtbild des Baus bewahrt oder durch möglichst unauffällige Bauteile ergänzt. Man hat sich bei Conen Sigl eingehend mit den originalen Dokumenten von Hans Leuzinger, welche im gta Archiv der ETH Zürich aufbewahrt werden, auseinandergesetzt. Man hat auch z.B. im Eingangsbereich einiges in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Hinter der Fassade ist aber vieles neu – insbesondere die ganze Haustechnik, die Elektrik und Elektronik, die Sicherheitstechnik. Knifflig war es, die alten einfach verglasten Fenster mit moderner Isolierverglasung zu ersetzen, auch das Glasdach musste ersetzt werden. Doch letztlich zeigt der heutige Gesamteindruck des wieder eröffneten Kunsthauses vor allem eins: es ist so schön wie ehedem.

Zwei aktuelle Ausstellungen
Aktuell sind zwei Ausstellungen zu sehen, einerseits «Just Another Story about Leaving» von Michèle Graf, Selina Grüter und Sveta Mordovskaya, welche in Zusammenarbeit mit Stefan Wagner, Mitarbeiter im Kunsthaus, kuratiert wurde. Sie zeigt nicht nur das 1. Werk, welches 1871 vom Glarner Kunstverein angekauft wurde. Es ist dies Louis Auguste Veillons «Abend bei Brunnen». Sie zeigt auch einen kleinen, aber spannenden Querschnitt von Werken und sie zeigt Fotografien von Ausstellungen, welche während dem Verpacken aller Werke der Sammlungen zum Vorschein kamen. Die andere Ausstellung ist «The Premise of a Better Life» des New Yorker Künstlers Sam Pulizer, die sich intensiv mit den Arbeitsbedingungen von Künstler/-innen, aber auch erfrischend andersartig mit der Universalgeschichte seit 1789 auseinandersetzt. Eine spannende Gelegenheit, sich die sanierten Räume wieder anzueignen. FJ