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Vergangene Woche lud die Glarner Detaillistenvereinigung Mitglieder und Angestellte ein zum zuckersüssen Schoggi-Erlebnis in die Schokoladenfabrik Läderach in Bilten. Der Ausflug versprach aber mehr, als nur das probieren der Frisch-Schoggi.

«Ziel des Informationsabends bei der Läderach AG war es, für einmal nicht nur den Geschäftsführern, sondern auch den Mitarbeitern der Glarner Detaillisten etwas zeigen zu können», erklärte Christoph Müller, Präsident der Detaillistenvereinigung, das Ziel des Anlasses. Dass er damit sprichwörtlich nicht am Ziel vorbeigeschossen, sondern mitten ins Schwarze getroffen hat, bewies der Grossaufmarsch von 71 Interessierten, die sich den Besuch der Schokoladenfabrik nicht entgehen lassen wollten. «So viele Anmeldungen hatten wir noch nie», frohlockte auch Vorstandsmitglied Alex Rüegg. Er erklärte sich den Grossaufmarsch auch mit der Bekanntheit der Läderach AG, die ja ein wichtiger Botschafter des Glarnerlandes sei.

In den heiligen Hallen

Dank dem grossen Interesse kamen die Teilnehmer denn auch in einen ganz besonderen Genuss. Statt «nur» den üblichen Schoggi-Erlebnis-Rundgang zu begehen, wurde die Begrüssung der Teilnehmer kurzerhand vom Verkaufsladen in die Halle verlegt, wo die Kakaobohnen lagern. «So nahe an unsere Kakaobohnen kommt ansonsten niemand», betonte denn auch René Rechsteiner, Direktor Retail für Deutschland und die Schweiz. Folglich sogen die Teilnehmer den Duft der Kakaobohnen aus Ecuador, Costa Rica, Ghana und Trinidad mit ganz anderem Geruchsempfinden in sich auf. Rechsteiner erläuterte in einem kurzen Überblick den Werdegang der Läderach AG. Von der Beinahe-Pleite im Jahr 1962 bis zur heutigen Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das aktuell 40 eigene Schokoladen-Boutiquen in der Schweiz, 12 in Deutschland und 3 in Südkorea unterhält. «Bis 2011 haben wir Couverture eingekauft und die Produkte nur veredelt, aber seit 2012 stellen wir in der neuen Fabrik in Bilten auch die Couverture selber her», so Rechsteiner. In der neu gebauten Produktionsstätte, in welche die Teilnehmer einen Einblick erhielten, wird also Schokoladenmasse selbst hergestellt. Viel sieht man davon allerdings nicht. Die Herstellung läuft automatisiert, dafür steckt dann ganz viel Handarbeit in der Produktion der Pralinés und der Frisch-Schoggi. Die im übrigen ohne Konservierungsstoffe und mit Frischrahm hergestellt und mit verschiedenen Zutaten wie Cranberries oder karamellisierten Mandeln veredelt wird.

1000 Tonnen pro Jahr

Klar, dass dann der Schoggi-Erlebnis- Rundgang auch noch auf dem Programm stand. Dabei erhielten die Detaillisten und ihre Angestellten einen interessanten Einblick, wie die Läderach-Schokolade entsteht. Der Rundgang startete sozusagen im Regenwald mit vielen Informationen zum Kakaobaum und seinen Früchten. Nur die wenigsten wussten, dass im Inneren der Kakaofrucht bis zu 30 Kakaobohnen von einer süss-säuerlichen, geleeartigen, weisslichen Masse umgeben heranwachsen. Oder dass die Kakaobohnen noch vom Fruchtfleisch umgeben fermentiert werden, wobei Aromen und Vorstufen des Geschmacks entstehen, aus denen sich beim späteren Trocknen und Rösten das eigentliche Kakaoaroma entwickelt. Zwischen 300 und 500 Tonnen Kakaobohnen werden in Bilten pro Jahr verarbeitet. Daraus macht die Läderach rund 1000 Tonnen beste Schokolade. Der Genussweg endete am Schokoladenbrunnen, wo flüssige weisse, schwarze und Milchschokolade degustiert werden konnte.