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Ab zirka Mitte Juni werden Glarnerinnen und Glarner mit der neuen Pendelbahn in der 8er-Gondel selbstständig vom Tierfehd, zuhinterst in Glarus Süd, ins Kalktrittli fahren können. Dadurch wird der Fahrplan flexibler – denn es braucht keinen Maschinisten mehr, der die Station bedient.

Ist die rote oder die silberne Gondel erst einmal abgefahren, geht es rasch und ruhig. In 7,5 Minuten überwinden die 8er-Gondeln der neuen Personenseilbahn Tierfehd-Kalktrittli die 1053 Meter Höhendifferenz. Sie tun dies auf der Fahrspur der rückgebauten Bauseilbahn I. Denn die alte 5-t-Seilbahn aus den 1960er-Jahren hat ihren Dienst getan und wird vollständig rückgebaut. Für jene, die schon öfter zur Muttseehütte wanderten, hat sich wenig geändert. Die bekannten Wege über Kalktrittli-Muttenkopf, über den Zugangsstollen zum Limmernboden und auf die Muttenalp und vom Abzweiger Zugangsstollen zur Limmernmauer sind erneuert und – wenn denn der Schnee weg ist – auch wieder begehbar. Der Weg zur Muttseehütte führt neu über die Staumauer des Muttsees. Die Anlagen dort sind inzwischen alle rückgebaut; wo ehemals von den Bauarbeiten Kies war, wächst jetzt wieder grüne Wiese – dank der Renaturierungsmassnahmen, vor allem im Ochsenstäfeli.

Alles neu
Doch in Sachen Bahn und besonders in der Bahntechnik hat sich fast alles geändert. Die neue Bahn ist sehr sicher: Sie hat einen Haupt- und einen Notantrieb und ist auch an die Kraftwerk-Notstromversorgung angeschlossen. Gleichzeitig ist sie aber auf dem neusten Stand der Technik und – sie kann einfach selbst bedient werden. Über Ticketsysteme mit Touchscreen an der Talstation kann mit allen gängigen Zahlungsmitteln ein Ticket gekauft werden (einfache Fahrt für 10 Franken/Retourfahrt, die drei Tage gültig ist, 15 Franken). Die Kraftwerksteuerstelle überwacht die Fahrten, und die Passagiere können, wenn nötig, jederzeit mit ihr kommunizieren. Betrieben wird die Bahn
täglich von 07.30 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.30 Uhr bis 17.00 Uhr während jener Monate, wo die Wege auch begehbar sind, also von zirka Mitte Juni bis zirka Ende Oktober. Da dieses Jahr aber noch sehr viel Schnee liegt, wird sich die Eröffnung noch etwas verzögern. Kinder fahren zum halben Preis, Hunde sogar gratis. Allerdings werden mit der Bahn – wie früher – keine Velos transportiert.

Eine Erfolgsgeschichte
Inzwischen ist das Hotel Tödi wieder öffentlich – mit seinen 19 Zimmern und dem schönen «Tödi-Saal» bietet es sich an für Events im Tierfehd. Hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Bereits 2018 haben insgesamt 7063 Besucher auf 353 Führungen das PSW Limmern besucht – darunter viele Vereine, Firmen sowie Berufs- und Hochschulen, aber zunehmend auch Einzelpersonen und Familien. Auch für 2019 zeigen die Zahlen der Führungen eine gute Entwicklung, bereits sind 253 Führungen mit 4637 Personen angemeldet. Fazit: Mit dem PSW hat Glarus Süd ein neues technisch-touristisches Angebot, das vor allem junge Besuchende anzieht. Denn 2018 waren 50 Prozent der Besucher zwischen 6 und 18 Jahre alt. Durch den Neubau der Bahn auf dem Trassee der Bauseilbahn konnten die Baukosten von 3,6 Mio. Franken um eine Million gemindert werden und auch das Gesamtprojekt PSW Limmern schliesst mit 1,98 Mrd. Franken rund 12 Millionen unter dem bewilligten Baukredit ab. Da bleibt zu hoffen, dass auch die 60 Parkplätze bei der Talstation und die zugehörigen Carparkplätze oft belegt sein werden. FJ