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Die Technischen Betriebe Glarus Nord (TBGN) informierten in den vergangenen Tagen die Parteien und die Bevölkerung von Glarus Nord über ihre Vergangenheit und wichtige Schritte in die Zukunft.

Die Gemeindestrukturreform hat nicht nur auf der politischen Ebene für grosse Veränderungen gesorgt, sondern auch in vielen anderen Bereichen, so auch in der Stromversorgung. «Die Technischen Betriebe Glarus Nord entstanden aus der Fusion der acht lokalen Elektrizitätswerke», erinnerte Adrian Weitnauer, Verwaltungsratspräsident, an den Ursprung des öffentlich rechtlichen Unternehmens am Informationsanlass für die Parteien in Glarus Nord. Zu Beginn waren zum Teil unterschiedliche und unabhängige Systeme, die zuerst einmal unter einem Dach vereinigt werden mussten. In den letzten Jahren ging es deshalb vornehmlich darum, zur Verbesserung der Versorgungssicherheit zusätzliche Verbindungen zwischen den Trafostationen zu realisieren und ein einheitliches Kommunikations- und Steuerungssystem zu implementieren. Dieser Aspekt und die grosse Ausdehnung des Gemeindegebietes haben dazu geführt, dass die Netzkosten im Vergleich zu kompakten Siedlungen des Mittellandes gross sind. «Wir sind schon alleine deshalb nicht mit einer Kleinstadt mit 10000 Einwohnern vergleichbar», denn die Energie muss vom Kerenzerberg bis in den Obersee verteilt werden. Hier haben die
TBGN bereits einen grossen Schritt vorgenommen. Die gewichtigsten Probleme sind gelöst, was die Kostenseite entlastet. Dieser Erfolg wird dem Stromkunden in Form von attraktiveren Tarifen zurückgegeben. In naher Zukunft wird dank dem Aufbau des SmartGrid, also des intelligenten Stromnetzes, eine weitere Qualitätsverbesserung erreicht werden. «Das ganze Netz wird einfacher zu steuern sein und kann zukünftig auch grössere private Stromproduzenten besser berücksichtigen», erklärte Geschäftsführer Tony Bürge weiter. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 kämen da weitere Herausforderungen und Aufgaben auf die Energieversorger zu.

Mit Fotovoltaik wird künftig nicht nur Strom bezogen, sondern je nach Tageszeit auch mehr Strom ins System eingespeist. «Auch die Entwicklung der Gemeinde selber gibt uns gewisse Aufgaben vor.» Seien es nun grosse Überbauungen oder die Industrieansiedlung beim Flugplatz, welche zusätzliche Infrastruktur in Form von Trafostationen, Verbindungsleitungen und Kommunikationsinfrastruktur erfordern. Dies alles auch im Hinblick darauf, dass der Preis für den Nutzer möglichst tief und die Abgaben für die Gemeinde möglichst hoch ausfallen sollen. Ein kompliziertes Themenfeld, welches die Verantwortlichen der Technischen Betriebe den interessierten Anwesenden aufzufächern wussten.

Jürg Huber, Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer