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Tosende Schmelzwasser-Bäche und gluggernde Quellen säumen die Waldstrasse zwischen Engi und Sool und begleiten den Wanderer mit ihrer «Musik». Der neue Ausflugtipp des Naturzentrums Glarnerland lädt ein, den Frühling mit allen Sinnen zu erkunden und liefert spannende Informationen zum Gebiet.

Jedes Jahr rückt das Naturzentrum Glarnerland ein Naturgebiet ins Rampenlicht und verrät, was es dort zu entdecken gibt. Der Ausflugtipp 2017 führt ins Sernftal. Hier zeigt sich der Frühling von seiner musikalischen Seite. Wenn im April der Schnee im Gebiet Fessis und Gheist schmilzt, ertönt das Wasserkonzert: Es gurgelt, plätschert und rauscht in den vielen Schmelzwasserbächen, welche die Waldstrasse zwischen Engi und Sool unterqueren. Das Wasser stammt aus dem Gebiet des Weltnaturerbes Tektonikarena Sardona. Unterhalb des Heu- und Gufelstocks versickert es in Felsspalten und tritt erst weiter unten aus Quellen wieder ans Licht. Bis letzten Sommer bezog das Dorf Sool sein Trinkwasser aus diesem Gebiet. Wer jetzt an den sprudelnden Bächen vorbei spaziert, kann nicht glauben, dass Wasserknappheit immer wieder Probleme bereitete. An den feuchten Felsen am Berghang gedeihen giftgrüne Moospolster und am Wegrand sonnen sich weiss-orange Aurora-Schmetterlinge auf bunten Blumen. Licht und Schatten wechseln sich ab. Auch der unverwechselbare Trauermantel, ein Waldschmetterling, ist hier zuhause. Eine wertvolle Orchideen-Magerwiese und ein schattiger Wald mit Sauerklee und anderen Kräutern sorgen für Frühlingsgefühle. Vor Sool führt ein schmaler Pfad hinunter zur Lochsite: an dieser Geostätte von internationaler Bedeutung ist Geologie-Geschichte zum Greifen nah. Wer die Wassermusik hören will, muss die Wanderung zwischen April und Mai unternehmen. Aber auch im Sommer hat das Gebiet seinen Reiz: Bei den Rietplatten fliegt im Juli die Gestreifte Quelljungfer, eine seltene Libelle, die Quellaustritte und kleinste Bergbäche für die Eiablage braucht. Und anstelle der Frühlings-Schmetterlingen gaukeln dann viele andere «Sommervögel» um den blühenden Wasserdost am Wegrand. Der Ausflugtipp kann übers Internet unter www.naturzentrumglarnerland.ch sowie in der Infostelle im Bahnhof Glarus gratis bezogen werden. eing