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Warum verliert die Lärche – als einziger Nadelbaum – ihre Nadeln? Was macht die Vogelbeere unersetzlich? Wie alt kann eine Arve werden? Wie schützt die Buche ihre Jungpflanzen? Und warum ist die Rottanne eine Verliererin, wenn sich das Klima erwärmt? Das und viel mehr erfährt man neu auf dem Waldlehrpfad Matt-Weissenberge, der am Donnerstag, 21. Juni, eröffnet wurde.

Der einheimische Wald spendet nicht nur Schatten, er birgt auch eine Reihe von spannenden Fragen und Geheimnissen. Anja Lebedicker, ab August Revierförsterin in Glarus Süd und Revierleiterin Sernftal, hatte während ihrer Zusatzausbildung zur Forstwartin EFZ zusammen mit den anderen Lernenden des Forstes von Glarus Süd das didaktische Konzept für den Waldlehrpfad Matt-Weissenberge erarbeitet, die 41 Bäume und Sträucher ausgewählt, mit Bild und Text beschrieben und zuletzt mit den fertig produzierten neuen Schautafeln markiert. Denn im speziellen Klima am trockenen Südhang zwischen den Weissenbergen und Matt, wo auch der Wanderweg verläuft, wächst eine Vielfalt von Arten – von der Stieleiche über den Hartriegel bis zu Vogelkirsche, Bergahorn, Esche und Bergulme. Im Infotext auf den Tafeln geht es der künftigen Revierförsterin darum, das Spezielle jeder Art herauszuarbeiten und mit Bildern – auch von Blüten, Zapfen, Holz und Früchten – zu illustrieren. Der Weg folgt dem Wanderweg, der in rund einer Stunde über 370 Höhenmeter und 2 Kilometer ins Tal führt.

Informative Tafeln
Bereits in den Neunzigerjahren hatte Reallehrer Hans Schegg zusammen mit Oberstufenschülern aus dem Sernftal hier einen ersten Lehrpfad eingerichtet und Bäume mit Tafeln beschrieben, doch diese waren in der Zwischenzeit teilweise dem Wetter zum Opfer gefallen. Bei der Eröffnung des Pfades – am Donnerstag, 21. Juni – konnte Adolf Tschudi, Hauptabteilungsleiter Wald und Landwirtschaft, den Medien einen professionell eingerichteten Lehrpfad mit zwei Übersichtstafeln bei der Berg- und der Talstation der Luftseilbahn Matt-Weissenberge präsentieren. Fridolin Stauffacher, Präsident, freute sich – im Namen der Genossenschaft Luftseilbahn Matt-Weissenberge – über dieses wieder erneuerte Sommerangebot für Waldinteressierte und Schulklassen. Kaspar Luchsinger, Departementsvorsteher Wald und Landwirtschaft, wertete den Pfad als eine gelungene Lösung sowohl für den Forst, dessen Lernende hier die Bäume kennenlernen, wie auch für Schulen und Interessierte, die den Pfad als nachhaltiges Angebot mit einem Ausflug verbinden kön-nen. Dass mit Anja Lebedicker eine studierte Forstwissenschaftlerin der Technischen Universität München und Fachfrau für Gebirgs- und Schutzwälder den Pfad erarbeitet hat, ist ein zusätzlicher Gewinn für alle, die sich für Bäume interessieren. Also nichts wie hin! FJ