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Immer wieder hört oder liest man den Begriff «Palliative Care». Aber was ist darunter eigentlich zu verstehen? Am Donnerstag, 12. April, tagten die Mitglieder von Palliative Ostschweiz in der Kantonsschule in Glarus. Am Abend stellte sich das Netzwerk Palliative Care im Kanton Glarus an einem Bevölkerungsanlass in der Aula vor.

Auf die Frage, weshalb Palliative Ostschweiz ihre Tagung gerade in Glarus durchführe, sagte Karin Kaspers-Elekes, Präsidentin und Seelsorgerin am Spital Münsterlingen: «Hier ist viel im Tun.» Damit meinte sie das Netzwerk zur «Palliative Care» – also zur umhüllenden Sorge –, welches im Glarnerland derzeit geknüpft wird. Innert dreier Jahre erstellte eine Arbeitsgruppe das Konzept «Netzwerk Palliative Care im Kanton Glarus», welches von Regula Berchtold, Departementsleiterin Pflege am Kantonsspital Glarus, am Bevölkerungsanlass kurz vorgestellt wurde. Eine Empfehlung der Arbeitsgruppe war die Gründung eines kantonalen Forums «Palliative Care». Das Forum ist ein Teil von Palliative Ostschweiz und in dessen Organisationsstruktur eingebunden. Der Dachverband fördert und stärkt die Begegnung, den Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die Verbindung und die Kooperation zwischen Personen und Institutionen, die sich in der Region Ostschweiz für die palliative Medizin, Pflege und Begleitung – Professionelle und Freiwillige – einsetzen. Das Forum evaluiert aufgrund der regionalen Situation die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner und leitet davon ihre Schwerpunkte ab.

«Palliative Care» umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Unter diesem Begriff werden alle Massnahmen verstanden, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm so eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende ermöglichen. Doch wie viel darf diese Palliativpflege kosten? Auf diese Frage ging alt Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist am Nachmittag vor den 360 Teilnehmenden der Tagung ein. «Wenn Geburt und Tod das einzige ist, was alle Menschen gleichermassen betrifft, sind sie dann im Gesundheitswesen nicht gleich zu behandeln?» So provokativ fragte sie und zog zum Schluss das Fazit: «Die Aufwendungen für die Betreuung und Begleitung Sterbender lassen sich nicht auf belastende Kosten reduzieren.» Vielmehr sei die Solidarität der Gesellschaft gefordert und so dankte Egerszegi Palliative Ostschweiz für ihren Einsatz, ihren Respekt, ihre Menschlichkeit und ihre Achtung, den sie im Umgang mit Sterbenden an den Tag legen. Dolores Stüssi/FJ