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Ein überglücklicher und dankbarer Thomas Kistler nahm am frühen Sonntagnachmittag, 25. März, die Gratulationen seiner Mitkandidaten und des amtierenden Präsidenten Martin Laupper entgegen. Die Verkündigung der Wahlresultate war auf 14.30 Uhr im Jakobsblick in Niederurnen angesagt. Der neugewählte Präsident gab jedoch bereits kurz nach 14.00 Uhr die ersten Interviews. Er war ganz klar der Mann des Tages und wurde entsprechend gefeiert.

Amt nicht im Alleingang möglich
Wer den Wahlkampf oder das Rennen der letzten Wochen mitverfolgte, spürte schon bald, wohin die Auswahl führt. Die SP hat mit Thomas Kistler das «beste Pferd» ins Rennen geschickt. Er überzeugte mit konstanter Leistung, Sach- und Fachkenntnis. Dabei hat er keine Versprechungen abgegeben. «Ich werde mich mit allen Kräften engagieren und für die Gemeinde einsetzen», sagte er zur Schreibenden. «Allerdings hoffe ich, dass ich ob der hohen Erwartungen niemanden enttäuschen werde», gibt er zu bedenken. «Mir ist auch klar, dass ich mein Amt nur mit der Unterstützung der Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter und dem Gemeinderat ausüben kann», sagte der Neugewählte. Es stehe so vieles an, was angepackt und umgesetzt werden müsse, es warte viel Arbeit auf ihn. Zudem müsse sich das erneuerte Gemeinderatsgremium zuerst finden. Auch dieses wurde markant aufgefrischt, mit Ausnahme der FDP sind nun alle Parteien vertreten. Die bisherigen Bruno Gallati und Kaspar Krieg, welche beide auch für das Präsidium kandidierten, wurden bereits im ersten Wahlgang komfortabel in den Gemeinderat gewählt. Sie werden die Neuen bei der Umsetzung der dringlichen Geschäfte wie dem Nutzungsplan und der Sanierung der lintharena sgu tatkräftig unterstützen müssen.

Unverbrauchte Persönlichkeiten
Die neue Zusammensetzung des Gemeinderates besticht vor allem durch die Wahl von jungen und unverbrauchten Persönlichkeiten wie Dominique Stüssi (BDP) und Pascal Vuichard (GLP). Während Vuichard schon seit Jahren mit seinen Vorstössen und Anträgen auf sich aufmerksam gemacht hat und sich einen Namen schuf, wird sich Dominique Stüssi noch beweisen müssen. Wer den Mannschaftssportler und Teamplayer jedoch persönlich kennt, weiss um seine Verlässlichkeit und Leistungsbereitschaft. Immerhin hat er das Vertrauen zahlreicher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erhalten und seiner Partei zu einem Sitz verholfen. Etwas weniger glücklich fiel die Wahl bei den Frauen aus. Mit Priska Müller Wahl (Grüne) war eine politische gewiefte und kämpferische Persönlichkeit im Rennen. Auch Conny Schmid hätte mit ihrem Leistungsausweis Farbe ins Ratsgremium gebracht. Beide zeigten sich jedoch als faire Verliererinnen, und speziell Müller Wahl freute sich über Kistlers Wahl. Sie wechselte ihr immergrünes Tenü für diesen besonderen Tag in eines in kräftigem Rot.

Kurzanalyse
Man muss kein Politologe sein, um zu verstehen, wie die Wahl Kistlers zustande gekommen ist. Erstens sind seine Finanz- und Führungsfähigkeiten unbestritten und dürften letztlich auch matchentscheidend gewesen sein. Zweitens profitierte er vom nichtvorhandenen Schulterschlussder bürgerlichen Parteien. Ihn mit dieser haushohen Stimmenzahl als lachenden Dritten zu bezeichnen, wäre dennoch unanständig. Die riesige Differenz zwischen Thomas Kistler und Kaspar Krieg lässt jedoch aufhorchen. Krieg, der sich nach dem ersten Wahlgang durchaus noch Hoffnungen machen durfte, zeigte sich sichtlich enttäuscht. Er glaubte wohl, dass die Bürgerlichen, namentlich die FDP, nach dem Rückzug von Roger Schneider zu seinen Gunsten wählen würden. Ähnliches dürfte sich auch Bruno Gallati ausgerechnet haben. Wem die FDP die Stimme gegeben hat, liegt aus meiner Sicht auf der Hand. Dass sie nun keinen Sitz mehr im Gemeinderat von Glarus Nord innehat, dürfte die Freisinnigen schon etwas nachdenklich stimmen. Nun darf man gespannt den anstehenden Landratswahlen entgegenblicken. Es ist zu hoffen, dass die Parteien, sowie die SP bei Kistler, auf ihre besten Pferde setzen und die Wahl der Stimmbürger nicht mit «Listenfüllern» unnötig erschweren. Zim