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Am Mittwoch, 14. März, konnte Peter Zimmermann, Geschäftsleiter PRO SENECTUTE GLARUS, rund 300 Interessierte zum Informationsanlass im «GH» in Ennenda begrüssen. Margrit Brunner – sie ist Mitglied im Fachausschuss DocuPass – und Rechtsanwältin Vreni Hürlimann informierten über den Vorsorgeauftrag und seine Validierung – ein kontroverses Thema, das alle interessieren sollte.

Geburt und Tod sind in unserer Gesellschaft weitgehend geregelt. Auch wer körperlich beeinträchtigt ist, kann durch Vollmachten vieles regeln. Doch was, wenn man – durch Unfall oder Krankheit – plötzlich oder langsam seine geistigen Fähigkeiten verliert und nicht mehr urteilsfähig ist? Dann herrscht – so Margrit Brunner – eine «weisse Wüste». Denn seit dem 1. Januar 2013 schützt uns das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, wenn wir urteilsunfähig sind, in einem weit höheren Masse, als das vorher der Fall war. Diese Gesetzesregeln stellen uns vor neue Probleme, weil wir ja unsere Selbstbestimmung auch wahrnehmen möchten, wenn wir krank werden oder unsere Urteilskraft verlieren. Die Referentinnen präsentierten die beiden Werkzeuge, mit denen sich jeder auf diese Situationen vorbereiten kann. Für medizinische Fragen gibt es die Patientenverfügung – sie muss datiert und unterschrieben sein, doch jeder und jede kann sie selbst verfassen und darf und sollte sie regelmässig selber anpassen, damit die Ärzte den Willen ihres Patienten kennen.

Ganz anders der Vorsorgeauftrag: Er muss entweder ganz von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben sein oder – am besten – gleich durch einen Notar erstellt werden. Denn mit diesem Dokument kann man anderen Personen den Auftrag geben, sich um die eigene Person zu sorgen – also die Pflege und Betreuung zu regeln. Aber man kann auch seine finanziellen Angelegenheiten regeln lassen und den Rechtsverkehr, also wer für einen Verträge abschliessen darf, wer die Post aufmacht, wer einen in Rechtsangelegenheiten vertritt. All das muss geregelt werden, solange man noch urteilsfähig ist – also am besten so rasch wie möglich. Dann können die beauftragten Personen den Vorsorgeauftrag bei der KESB validieren lassen und für einen im eigenen Sinne handeln, auch wenn man selbst nicht mehr urteilsfähig ist. Wie komplex diese Entscheidungen sein können, zeigten die vielen Fragen aus dem Publikum. Margrit Brunner ermutigte zum Schluss Alt und Jung, diese wichtigen Fragen zu regeln. Denn so kann das eigene Leben und das der Angehörigen im Falle eines Falles gut geregelt und einfacher gemacht werden. FJ