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Der zurückliegende Wahlsonntag – ein strahlend schöner Tag – bot keine grossen Überraschungen. In der Regierung läuft mit den bewährten, im Wahlkampf als geeintes Team auftretenden Bisherigen alles weiter wie gehabt. Mit dem neu dazu gewählten Bankfachmann Kaspar Becker konnte die BDP erstens ihren Sitz halten und zweitens einen weiteren Finanzspezialisten ins Rathaus bringen. Das ist vielversprechend, und die Glarner Bevölkerung wird sich demzufolge bezüglich Staatshaushalt kaum mehr Sorgen machen müssen.

Keine Chance für die SP
Mit Christian Büttiker aus Netstal schickte die SP einen dynamischen und offensiven Kandidaten ins Rennen. Seine Partei wollte den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückgewinnen, was ihr nun deutlich verwehrt worden ist. Anders bei den Gemeinderatswahlen, wo es Thomas Kistler in ­Glarus Nord gelungen ist, die höchste Stimmenzahl zu erreichen. Derweil wurde in Glarus Hansjörg Schneider komfortabel ins Gremium gewählt. Der sichtlich enttäuschte SP-Parteipräsident Jacques Marti interpretierte den erfolglosen Versuch so: «Es bleibt ­alles wie es ist, und das heisst Stillstand.» Worauf ihm FDP-Präsident Hanspeter Legler erwiderte: «Das chusch so nüd säge, mir händ vill erreicht.» Wie auch immer, die SP wird wohl weiterhin auf Oppositionskurs bleiben und die Arbeit der Regierung kritisch begleiten.

Keine Überraschungen
Nicht ganz einfach und dennoch klar, war der Wahlverlauf in Glarus Süd. Die Herausforderung war, dass die Anzahl Gemeinderäte von 15 auf 7 reduziert werden musste. Gemeindepräsident Mathias Vögeli (BDP) wurde wiedergewählt, genauso wie sein Vize Mathias Zopfi (Grüne). Mit Ausnahme von Hanspeter Zweifel (parteilos), Linthal, wurden 6 Bis­herige im Amt bestätigt. Es erstaunt jedoch, dass bei total 13203 Stimmen deren 3094 auf Vereinzelte, also Nichtkandidierende gefallen sind. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, die Mehrarbeit ­las­tete auf den Rücken der Stimmenzählenden und auf der Gemeindekanzlei. Dennoch wurden die Resultate rechtzeitig an die Medien geliefert. «Ende gut, alles gut» – oder eben keine Überraschung gab es in der Gemeinde Glarus. Präsident Christian Marti wurde würdig bestätigt, genauso wie seine bisherige Kollegin und die Kollegen. Neu dazugekommen sind für die FDP René Schönfelder und der bereits ­erwähnte Hansjörg Schneider (SP). Auch Hans Schubiger (BDP) hat das absolute Mehr erreicht, ist jedoch als Überzähliger ausgeschieden. Auf den aus Stimmbürgerkreisen als Gemeindepräsident anonym vorgeschlagenen Hans Peter Spälti fielen 809 Stimmen. In Glarus Nord hat es niemanden überrascht, dass keiner der sechs Kandidierenden für das Gemeindepräsidium das absolute Mehr erreicht hat. Dabei dürfte bei Stefan Gasser, der vor vier Jahren als Einziger gegen den amtierenden Präsidenten angetreten und diesem gefährlich nah gekommen ist, die Enttäuschung am grössten sein. Dass jedoch lediglich vier von zwölf Kandidatinnen und Kandidaten auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt wurden, überrascht schon etwas. Genauso wie der hohe Stimmenanteil des parteilosen Hansjörg Stucki, welcher vermutlich auf den Podien zu überzeugen vermochte.

Keine Veränderungen
Die subjektive Aussensicht meiner Wahlnachlese lässt darauf schliessen, dass die Grossmehrheit der Glarner Bevölkerung mit der Regierung und den Gemeindebehörden zufrieden bis sehr zufrieden ist. Die Stimm­beteiligung von durchschnittlich 41,9 Prozent lässt keine andere Wahrnehmung zu – es sind keine Veränderungen gewünscht. Die Störmanöver sind beseitigt, die Rauchpetarden entsorgt, und der Wettbewerb zwischen den Parteien hat sich beruhigt. Ein ganz normaler Wahlkampf ist beendet, auch wenn der 2. Wahlgang im Norden noch zu Diskussionen Anlass ­geben wird. Und das Wichtigste: Die Bisherigen, Bewährten und Neu­gewählten können sich wieder dem Tagesgeschäft widmen und die be­vorstehende Landsgemeinde vor­bereiten oder, auf Gemeindeebene, beispielsweise den Nutzungsplan zur ­Zufriedenheit aller Beteiligten aufgleisen. Eine intensive und spannende Zeit bis zur Landgemeinde oder zur nächsten Gemeindeversammlung steht bevor. Eine Zeit, die Aufschluss darüber geben wird, ob es für die ­gesunde Entwicklung des Kantons nicht die eine oder andere Veränderung gebraucht hätte. zim