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Im Sommer 2018 tritt der einzige Hausarzt im Sernftal in den Ruhestand. Um die medizinische Grundversorgung weiterhin gewährleisten zu können, wird das Departement Finanzen und Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Glarner Ärztegesellschaft und dem Kantonsspital Glarus ein Pilotprojekt starten.

Die medizinische Grundversorgung im Sernftal wird derzeit durch Dr. med. Thomas Zimmermann mit Praxis in Matt sichergestellt. Er tritt im Sommer 2018 altershalber zurück. Die intensive Suche nach einer Nachfolge blieb bislang erfolglos. Eine bereits existierende Task Force bestehend aus dem Departement Finanzen und Gesundheit sowie Vertretern der Glarner Ärztegesellschaft und des Kantonsspitals Glarus, hat erste Sofortmassnahmen in die Wege geleitet, um die medizinische Grundversorgung im Sernftal nach dem Rücktritt von Dr. med. Thomas Zimmermann ab Sommer 2018 zu gewährleisten. Sie hat Eckpunkte für ein (Pilot-)Projekt definiert, welche den nahtlosen Übergang sicherstellen soll. Vorgesehen ist ein interprofessionelles medizinisches Team zur Versorgung der Bevölkerung, des Altersheims in Elm sowie der Spitex. Die Bevölkerung wird an einem Informationsanlass am Montag, 30. April, in der Mehrzweckhalle in Matt detailliert informiert.

Die Task Force prüft auch längerfristige Ansätze zur Lösung des Problems des sich abzeichnenden Hausärztemangels. Von diesem ist nicht nur das Sernftal betroffen. Ein Viertel der Hausärzte im Kanton ist zwischen 56 und 65 Jahre alt und wird in absehbarer Zeit das Pensionsalter erreichen. Die bisher eingeleiteten Massnahmen mit Förderung der Praxisassistenz (Ausbildung der jungen Ärzte zu Grundversorgern) und Entlastungen beim Notfalldienst durch das Kantonsspital haben in Glarus Nord und Glarus den erwünschten Erfolg gezeigt. Es braucht aber insbesondere für Glarus Süd weitere staatliche Eingriffe und Unterstützung. Die diskutierten Massnahmen haben Vor- und Nachteile. Sie lassen sich unterschiedlich schnell umsetzen und haben unterschiedliche Auswirkungen. Vor einer Umsetzung müssen die Massnahmen sorgfältig definiert und evaluiert werden. Der Kanton und seine Partner rechnen damit, die Arbeiten bis im Sommer 2018 abschliessen und die Umsetzung an die Hand nehmen zu können.

Langfristige Massnahmen in Evaluation

  1. Direktes Eingreifen in die freie Wirtschaft der Ärztepraxen auf Kosten der Gleichbehandlung: Erteilung eines Leistungsauftrags an das Kantonsspital, um ambulante Praxen in den Gemeinden zu führen; Etablierung eines Ärztenetzwerks, in welchem Ärzte im Angestelltenverhältnis arbeiten; organisatorische oder finanzielle Unterstützung durch den Kanton oder die Gemeinden bei Umstrukturierung oder Erweiterung von Praxen zu Gruppenpraxen; Auftrag an spezialisierte Büros (Headhunter) zur Suche nach Hausärzten bei einer Praxisaufgabe auf Kosten des Kantons; finanziellen Unterstützung in Form einer Starthilfe; Beiträge des Kantons für innovative Angebote.
  2. Stärkung der Vernetzung zwischen Assistenzärzten und freipraktizierenden Ärzten im Kanton: Aufbau Schwerpunkt Hausarzt im Kantonsspital Glarus: Stärkung der Praxisassistenz (Besuch der Visite durch Hausärzte); Pflege der Beziehungen zu Glarner Medizinstudenten sowie zwischen Hausärzten (Feierabendgespräche).
  3. Entlastung der Ärzteschaft durch die Förderung der Telemedizin.
  4. Tarifliche Massnahmen wie Verhandlungen über eine Erhöhung des Taxpunktwerts (in Koordination mit dem Kantonsspital Glarus und den anderen Ostschweizer Kantonen).
  5. Steigerung der Attraktivität für die Grundversorger durch die vom Kantonsspital und der Ärztegesellschaft des Kantons Glarus geplante Eröffnung einer Notfallpraxis.