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An den Fahnenmasten der drei Glarner Gemeinden wehen in diesen Tagen die roten Fahnen anlässlich des Equal Pay Day, die eindrucksvoll auf die immer noch existierende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen.

Hauptgrund: Der Equal Pay Day wird seit neun Jahren in der Schweiz als landesweiter Aktionstag begangen. Er markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern – in der Schweiz beträgt diese Lücke laut Bundesamt für Statistik rund 15,1 Prozent. Der Symbolik zugrunde liegt die Annahme, dass Männer am letzten Tag des Jahres ihr Jahresgehalt erwirtschaftet haben und Frauen über diesen Tag hinaus weiterarbeiten müssen – eben bis zum Equal Pay Day am 24. Februar –, um auf das Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen.

Lohngleichheit ist im Übrigen keine Glaubensfrage. Sie ist in der Bundesverfassung verankert und elementar für die Gleichstellung von Mann und Frau. «Denn erst wenn die Löhne für beide Geschlechter gleich sind, spielt es auch keine Rolle mehr, wie die Existenzsicherung aufgeteilt wird.», so die Leiterin des Luzerner Instituts für Sozialforschung, Analyse und Beratung, Dr. Margret Bürgisser, die das Modell der partnerschaftlichen Rollenteilung erforscht.
Partnerschaftliche Rollenteilung bedeutet die etwa zeitgleiche Aufteilung des Aufwandes für Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit auf beide Partner. Ein Modell übrigens, das laut Familienbericht des Bundesrates (2017) am häufigsten von jungen Paaren gewünscht und am seltensten realisiert wird bzw. werden kann.