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Standortförderung ist Schwerstarbeit. Gerade Glarus Süd wird nicht von Neuzuzügern und Gewerbetreibenden über­flutet. Oder dann mit solchen, die zwar kühne Ideen mitbringen, aber auf finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde oder den Kanton hoffen. Am Freitag, 16. Februar, nun gab die bekannte und finanzstarke Baugenossenschaft Zurlinden aus Zürich offiziell bekannt, dass es ihr mit der Wohn- und Gewerbesiedlung in Leuggelbach ernst ist.

Gründliche Vorabklärungen
Federführend im Evaluationsverfahren war und ist Rolf Hefti, Geschäftsführer der BG Zurlinden. Seit ein paar Jahren macht er regelmässig Ferien in seinem Haus in Leuggelbach. Er ist nicht nur dem Namen nach ein echter Glarner, er ist auch mit den Gegebenheiten von Glarus Süd vertraut und ­naturverbunden. Mit Fridolin Luchsinger, Departementsvorsteher Werke und Umwelt, hat er einen ­Gesprächs- und Verhandlungspartner gefunden, der seine Anliegen auf­genommen und den Entscheidungsträgern in der Gemeinde zugeführt hat. So kamen die Kontakte mit den Grundstücks- und Liegenschafts­inhabern zustande. Auch die Stiftung Pro Leuggelbach mit Präsident Werner Hösli (nicht der Ständerat) wurde ins Vorhaben involviert und ins Projekt einbezogen. Auch die Bevölkerung von Leuggelbach wurde vorzeitig über das Vorhaben informiert. Rolf Hefti hatte seinerseits den Präsidenten der BG Zurlinden, den Holzbauunternehmer Urs Frei, ins Boot ­geholt und vom Standort überzeugt. Auch Frei zeigt sich sowohl vom Stand­ort des Projektes in Leuggelbach als auch von der Willkommenskultur der Gemeinde Glarus Süd
begeistert. «’s Glarnerland hät üs packt», so Urs Frei in seiner Begrüssungsrede, und weiter: «Mir müend Büez dahindere bringe.»

Mehr als Wohn- und Lebensraum
Grundgedanke war, dass Wohnraum mit viel Lebensqualität geschaffen werden soll. So, wie man dies von den bisherigen Projekten der BG Zurlinden kennt. Man wolle weder Pendler noch Mobilität, man möchte vielmehr die Leute im derzeit 140 Personen zählenden Dorf behalten. Ein Verkaufsladen und ein Treffpunkt-Café sollen das neue Quartier bereichern. Die brachlie-genden Industriegebäude, welche in ­Teilen bestehen bleiben sollen, regten dazu an, auch weitere Gewerbe­treibende in das Projekt miteinzu­beziehen. Zur bestehenden Firma Decoral (Farbhersteller) von Balz und Daniel Schindler soll Urs Freis Firma Steko, St. Gallen, die Holzbauelemente herstellt, hinzukommen. Weitere Betriebe hätten bereits Interesse an­gezeigt, verrät Rolf Hefti.

Ablaufprogramm
Die Vorarbeiten, insbesondere die umfassende Information an die Bevölkerung und die Unterzeichnung des Baurechtsvertrags mit den Grund- und Liegenschaftsbesitzern sind erfolgreich abgeschlossen. Die Bauherrschaft erteilte dem in Glarus ansässigen Architekturbüro Schäublin, namentlich Patrick Schrepfer, den Auftrag für die Projektplanung. Phase 2 wird in Angriff genommen, wenn die Bevölkerung von Glarus Süd an der Gemeindeversammlung im Herbst der Umzonung der zurzeit in der Landwirtschaftszone befind­lichen Parzellen in die Wohn- und ­Industriezone zustimmt. Erst dann können die Bewilligung und die Ausschreibung eingereicht werden. Geplant sind in der ersten Etappe 12 bis 16 Häuser sowie der Bau des Ladens und des Cafés.

Die Bürgerinnen und Bürger können sich bereits jetzt über das Projekt ­informieren, um sich ein Bild zu ­machen. Ein Projekt, das bestenfalls der Abwanderung ent­gegenwirken und neue Arbeitsplätze schaffen kann, was ein Segen für den Süden wäre. zim