Allgemeine Leserbriefe

Als Waldspielgruppenleiter habe ich rund 550 Tage mit kleinen Kindern im Wald verbracht und viele glückliche Kinder bei der Rückkehr aus dem Wald in glückliche Elternhände rennen sehen. Als überzeugter Verfechter, dass die Natur der beste Lernort für unsere Kleinkinder ist, beteiligte ich mich vor acht Jahren an der Entwicklung des Waldkindergartens Glarus Nord. Er bietet den Kindern eine einmalige Chance, ihre Entwicklung auf der Basis von sozialem Lernen, Naturbeziehung, mit allen Sinnen spielen, Wagniskompetenz und Wohlbefinden zu fördern. Sie werden daraus eine gefestigte Grundlage für ihren Eintritt in die Primarschule sowie für ihren gesamten Lebensweg entwickeln.

Nun soll dieser, auf Ende dieses Schuljahres, mangels Kinder aufgelöst werden. Ein Grund für den Kindermangel ist die Abgelegenheit vom Standort Bilten. Die damalige Suche nach einem Platz, welcher alle Bedürfnisse und Sicherheitsüberlegungen erfüllen sollte, erwies sich als schwierig und war weder in Mollis, Näfels, Nieder- und Oberurnen zu finden. Vom Biltner Elmenwald waren wir begeistert. Wie die Erfahrungen zeigen, bietet er alles, was einen Waldkindergarten ausmacht.

Ich kann die Behörden verstehen, dass sie das Angebot nur weiterführen, wenn es besser ausgelastet ist. Dazu braucht es eine ausführliche Bewerbung, welche von der Schulbehörde motivierend kommuniziert werden muss. Von den Eltern braucht es Vertrauen und Zutrauen ins Kind und ins Angebot und die Bereitschaft, die daraus folgenden Umstände auf sich zu nehmen.

Es hilft nicht, wenn an der Gemeindeversammlung die Mehrheit für den Erhalt des Waldkindergartens ist, weil es eine gute Sache ist. Es hilft nur, wenn sich in Zukunft mehr Eltern zusammen mit ihren Kindern darauf einlassen.

Traut euren Kindern den Weg so-
wie die vier Jahreszeiten draussen
in der Natur zu. Die Kinder werden auf ihrem Weg von Näfels aus im öffentlichen Verkehr begleitet. Ich möchte euch empfehlen, liebe Eltern, macht von diesem wertvollen Waldkindergartenangebot Gebrauch, ihr werdet es nicht bereuen.

Bitte lasst am Freitag, 23. November, eure Kinder hüten und kommt an die Gemeindeversammlung. Es ist vermutlich die letzte Chance.

Didier Moser, Glarus
Natur- und Erlebnispädagoge

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