Allgemeine Leserbriefe

Ob für den Ausgang der Wahlen nun tatsächlich die tiefe Stimmbeteiligung ausschlaggebend war, sei dahingestellt. Tatsache aber ist, dass seit der Gemeindestrukturreform die Stimmabgabe weniger attraktiv bzw. komplizierter geworden ist. Konnten wir in Braunwald bis 2011 die Abstimmungsunterlagen einstecken, während zweier Abende an verschiedenen Orten abgeben und danach am Stammtisch noch über Gott und die Welt diskutieren, bezahlen wir heute eine kantonale Strafsteuer in Form des Braunwaldbahnbillettes, um unsere Stimmpflicht im Tal erfüllen zu dürfen. Oder wir beanspruchen die Möglichkeit des Abstimmens per Briefpost – allerdings ist es zu spät, das Couvert am Abstimmungswochenende, wenn das Thema aktuell ist, einzuwerfen; bis Donnerstag vor den Wahlen sollte es nämlich bereits bei der Gemeinde eingetroffen sein ... So habe ich, der ich früher keine Abstimmung verpasste, nun bereits mehrere Termine einfach verschlafen – zugegeben, meine Schuld. Aber ich bezweifle sehr, dass ich diesbezüglich der Einzige bin. Was genau die Gemeinde mit der Abschaffung der Stimmlokale einsparen will, weiss ich nicht. Geld kann es nicht sein, davon scheint reichlich vorhanden zu sein – jedenfalls benötigen seit der Fusion zum Beispiel drei Gemeindearbeiter mindestens einen halben Tag, um die Schulhausplatzumzäunung im Frühjahr wieder aufzustellen, eine Arbeit, die früher die Lehrkräfte mit den Schülern in zwei, drei Stunden unentgeltlich erledigt haben ...

Alexander Stuber, Braunwald