Allgemeine Leserbriefe

Erstaunliches im Lande Glarus: eine staatliche Leasinggesellschaft für Privatbahnen soll gegründet werden, und dies auf Wunsch der bürger-lichen Regierung und seiner Landräte. Die Gemeinschaft soll die Verluste der Privatgesellschaften übernehmen: purer Sozialismus also?

Man reibt sich vergnügt die Augen. Aber dem Steuerzahler kommen die Tränen: 12,5 Mio. Franken den bachab zu schicken. Der Staat soll den Gesetzesrahmen bilden und nicht in den Markt angreifen; wo sind die liberalen Politiker geblieben? Die Steuerzahlenden aus Glarus Nord sind ganz erstaunt: bei den Sportbahnen Kerenzerberg wurden sie zu deren Übernahme genötigt, ebenso in Sachen Flugplatz Mollis; kein Kanton half. Und auch die Vereinsmitglieder des SAC wundern sich, weil sie brav die Darlehen (IHG und andere) für ihre Investitionen in ihre Hüttenausbauten zurückzahlen – mit höheren Mitgliederbeiträgen und Spenden; und den armen Privatbahnen sollen diese Zinsen und Darlehen nun erlassen werden!

Und wozu das Ganze? Doch null Transparenz bei den Sportbahnen, obwohl dies möglich wäre, denn im Memorial 2002 wurde zur Sanierung der Standseilbahn Braunwald deren finanzielle Lage offengelegt; und im Gegensatz zu dieser Sanierung 2002 schreibt heute kein Aktionär sein Kapital ab und kein Verwaltungsrat tritt zurück. Und das soll eine Sanierung sein? Mit denselben Verwaltungsräten der Misere soll ein Aufschwung kommen? Noch mehr erstaunt, dass ein Ehepaar mit einem Spendenaufruf in der Lage ist ein Berggasthaus Mettmen für 5,3 Mio. Franken zu bauen, und die beiden Aktiengesellschaften mit ihrer Gefolgschaft zu Hunderten sind dazu nicht in der Lage. Nein, es wird beim Staat gebettelt?

Aber es scheint systemisch – nicht, dass es im Kanton Glarus etwas systemrelevantes gäbe, dafür sind wir volkswirtschaftlich zu unbedeutend, sondern, dass wieder eine Kantons-AG gegründet wird. Schon das Spital wurde zur AG (ohne Volksbefragung), damit die Steuerzahler brav berappen und nichts zu sagen haben und die richtigen Leute im Verwaltungsrat installiert werden können – eine Art von Günstlingswirtschaft? Und sind bei den Sportbahnen Elm und Braunwald etwa alte Seilschaften zu decken? Nach gutem altem Glarner Sprichwort: «Säuhäfäli, Säudeggäli».  Wehret den Anfängen, deshalb Nein zu solchen Plänen.

Fridli Marti, Glarus