Allgemeine Leserbriefe

Erlebnisbericht von Prisca Straub, Ort und Datum des Geschehens, 8777 Diesbach, Feld 5, Donnerstag, 4. Januar 2018: Um 17.00 Uhr komme ich von der Arbeit nach Hause. Bei unserer Strasse sind schon Feuerwehr-Warnsignale aufgestellt. Es wird befürchtet, dass die diversen Runsen wieder einmal ihren Tribut fordern. Mein Lebenspartner telefoniert mit seinem Bruder. Ich möchte mich für einen Moment ausruhen, aber eigenartige Geräusche führen mich in den Keller. Im Luftschutzraum sickert schon Wasser und Schlamm in den Keller. Die Türe zum grossen Keller lässt sich nicht mehr öffnen. Die Feuerwehr Glarus Süd ist sofort zur Stelle, da ja Schäden befürchtet werden. Sie wollen die Kellertür von aussen öffnen, aber die Tür wurde vom Wasser selbst aufgewuchtet. Wie ein eigener Bach fliesst Wasser von der Strasse durch unsere Siedlung. Bei uns in den drei Kellern ist Endstation. Es regnet in Strömen, die Einsatzleute tun mir sehr leid. Mein Partner ruft unseren Freund und Nachbarn an und der ist sofort zur Stelle. Die anderen Häuser der Siedlung werden zum Glück verschont.

Vermutlich wegen dem Schnee. Peter Zimmermann, Architekt und Schätzer bei der glarnerSach, nimmt ab sofort das Zepter in die Hand. Die Feuerwehrleute wissen, was sie zu tun haben, nur leider ist ihre Pumpe zu wenig effizient. Die KETRAG Glarus wird aufgeboten, und in der Zwischenzeit werden die Feuerwehrleute versorgt. Pizza wird geliefert, Tee, Kaffee und kalte Getränke stehen zur Verfügung. Aus den Schuhen und Stiefeln trieft das Wasser und ich besorge ein paar trockene Socken. Viel mehr kann ich leider nicht machen. Endlich können das Wasser und der Schlamm durch die KETRAG abgepumpt werden. Die Feuerwehr leert den Keller effizient und kompetent. Ein Bild des Grauens bietet sich im Licht der Scheinwerfer. Velos, ein Kühlschrank, Kleider und hundert weitere Sachen türmen sich auf dem Schnee, alles mit Schlamm überzogen. Es wird auf Hochtouren gearbeitet. Um 22.00 Uhr verabschieden sich die Feuerwehr und die KETRAG. Mehr kann im Moment nicht getan werden.

5. Januar 2018

Nach ungefähr drei Stunden Schlaf und Morgenessen ruft uns Peter Zimmermann an. Er hat in der Zwischenzeit mit der glarnerSach, dem Sanitär und einer Entfeuchtungsfirma Kontakt aufgenommen. Für die Elektrokontrolle wurde die tbgs aufgeboten. Ein relativ schwieriges Unterfangen, da fast alle noch Ferienbetrieb haben. Glück haben wir, dass wir im ganzen Haus Strom haben. Auch die Heizung ist verschont geblieben. Kaltes Wasser haben wir auch im ganzen Haus. Der Boiler ist defekt, aber alle Sachen aus den Gefrierschränken haben den Schaden gut überstanden. Die Firma Carrara aus Mollis lieferte uns prompt Leihgeräte. Eine Mulde wurde organisiert und die linth stz stellte uns zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Freunde und Nachbarn boten uns Hilfe an. So konnten wir um 16.00 Uhr für heute Feierabend machen. Es folgen noch viele Arbeiten, die Hausratversicherung bot uns an, einen Vorschuss für die Unkosten auf das Bankkonto zu überweisen.

Doch nun folgt der Hauptgrund für diesen Bericht: Es war/ist überwältigend, welche Hilfsbereitschaft von allen erwähnten Personen ausging. Es war/ist der grösste Trost bei solchen Ereignissen, Leute um sich zu haben, die einfühlsam mittragen. Deshalb ist es Avellino Viecelli und mir ein grosses Anliegen, auf diesem Weg allen herzlich zu danken, die uns in diesen schwierigen Stunden beigestanden haben. Wir sind unendlich dankbar, dass keine Personen Schaden genommen haben. Vielleicht einen Schnupfen wegen dem Dauerregen und Kälte. Die Feuerwehrkleider müssen sicher auch gründlich gereinigt werden.

Mit dem allerherzlichsten Dank und vielen lieben Grüssen
Prisca Straub und Avellino Viecelli, Diesbach