Allgemeine Leserbriefe

Mit einem Rundumschlag versucht Martin Landolt die BDP im Gespräch zu halten. Denn, dass diese Partei eigentlich auf verlorenem Posten steht, erkennt sogar er als deren Präsident. Somit ist das in der Mittwochausgabe der «Südostschweiz» veröffentlichte Interview nur noch die offizielle Bankrotterklärung. Ein Beispiel gefällig? Martin Landolt kritisiert das Parlament wegen seiner Unfähigkeit für mehrheitsfähige Lösungen und schiebt die Schuld dafür der FDP und der SVP in die Schuhe. Explizit erwähnt er dabei das Scheitern der Altersreform. Da reibt sich doch jede und jeder einigermassen Sachverständige verständnislos die Augen. Gerade FDP und SVP haben nachlesbar im Parlament mit allem Nachdruck darauf hingearbeitet, dass mit der Altersreform-Vorlage eine taugliche und mehrheitsfähige Lösung entsteht. Doch jegliche Nachbesserung und jeglicher Kompromiss wurde vom gesamten Block der übrigen Parteien letztlich verhindert. Auch von der BDP! Das Volk hat dies dann korrigiert und die Vorlage abgelehnt. Kann da jemand eine Unfähigkeit von FDP und SVP erkennen? In einem Punkt hat Herr Landolt bezüglich Berichterstattung in den Medien über die sachliche Vernunft recht. Nämlich bei seinem Interview selbst. Würden die Medien nur über sachlich vernünftige Politik(er) berichten, wäre dieses selbstgefällige, überhebliche und nur auf Medienwirksamkeit basierende Interview niemals in einer Zeitung abgedruckt worden. In Sachlichkeit stirbt die BDP wirklich nicht, aber eventuell trotz Unsachlichkeit. Jedenfalls stünde es dem Kanton Glarus gut an, im Nationalrat mit etwas mehr Substanz, Persönlichkeit und Parteikraft vertreten zu sein!

Hans-Peter Keller, Braunwald